Das „Haus der Gemeinschaft“

Gemeinsam mit unserer kenianischen Partnerorganisation YISOG haben wir unser großes Ziel umgesetzt: Der Bau eines „Hauses der Gemeinschaft“ – eine erste Anlaufstelle und ein Zuhause für gefährdete Kinder, insbesondere Mädchen, die von Beschneidung, früher Zwangsheirat oder anderen Notsituationen akut bedroht sind.

Der Bau konnte realisiert werden dank der Förderung durch die Hamburger Stiftung FUTURA und privaten Spenden in Gedenken an Johannes Haider († 07.09.2017), ein großer Unterstützer unseres Vereins.

Im Haus der Gemeinschaft sind derzeit bereits rund 30 Kinder aufgenommen. Insgesamt sollen bis zu 45 Kinder dort Platz finden. In diesem fördenden Umfeld werden die Kinder von lokalem Personal betreut.

Einblicke in das Haus der Gemeinschaft

Hintergrund

Mehr als 25 gefährdete Kinder wurden zuvor notdürftig im privaten Wohnhaus von Father Tito (Leiter von YISOG) aufgenommen. Platz war knapp und die Situation keine dauerhafte Lösung. Das „Haus der Gemeinschaft“ bietet nun ein neues, liebevolles Zuhause für gefährdete Kinder.

In der Projektregion leben vornehmlich Massai. Durch den Klimawandel und Landprivatisierung schwindet die traditionelle Lebensgrundlage der Massai immer mehr: Die Viehwirtschaft. Viele Familien geraten dadurch unverschuldet in Not. Die Covid-19 Pandemie verstärkte die negativen Auswirkungen noch mehr. Die frühe Verheiratung von Mädchen gegen eine Mitgift wird in einkommensschwachen Familien oft als einziger Ausweg gesehen. Das „Haus der Gemeinschaft“ wird daher insbesondere als erste Anlaufstelle für Mädchen fungieren, die von früher Zwangsheirat bedroht sind.

Zielgruppe

Die Zielgruppe sind gefährdete Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren, die im Fall einer bevorstehenden frühen Verheiratung, Beschneidung oder anderen Notsituation im Haus der Gemeinschaft aufgenommen werden können. Diese Aufnahme erfolgt zuerst vorübergehend bis eine langfristige Lösung mit der Familie gefunden wird. Die Rückführung in die Familie ist wo möglich ein erklärtes Ziel; von den staatlichen Behörden ist vorgeschrieben, dass dies innerhalb 3 Jahren erfolgt.

Kostenpunkt

Die Baukosten beliefen sich auf insgesamt rund 180.000 Euro. Die laufenden Kosten werden auf ca. 4.000 Euro monatlich geschätzt (inkl. Schulgebühren der Kinder und Nahrungsmittel) und sollen vornehmlich durch Patenschaften gedeckt werden. Durch eigenen Gemüse- und Obstanbau ist vorgesehen, die Kosten fortlaufend zu verringern und den Betrieb nachhaltig zu gestalten.

Größtmögliche Eigenversorgung

Am Grundstück des Hauses sind sechs Felder angelegt und es werden dort unter anderem Mais, Zuckerrohr, Tomaten und Kartoffeln angebaut. Bewässert werden die Felder über den hauseigenen solarbetriebenen Brunnen. Ein Tröpfchenbewässerungssystem ist installiert.

Darüber hinaus werden Setzlinge gezüchtet und verkauft. Mit viel Liebe zur Natur züchtet das YISOG Team Pflanzensetzlinge, um die Aufforstung in der Region voranzutreiben und gleichzeitig eine Einkommensquelle für den Betrieb des Hauses der Gemeinschaft zu schaffen. Wir finden das einen super Ansatz mit einem Gewinn für alle!

Solarbetriebener Brunnen für Wasser für das Haus, den Anbau und die Nachbarschaft

Dank Spendengelder konnte Ambatana einen Brunnen am Grundstück des Hauses bohren lassen und eine Solarpumpe installieren. Das Wasser versorgt nun nicht nur die Kinder am Haus und den Obst- und Gemüseanbau, sondern wird auch geteilt mit der umliegenden Nachbarschaft. Leute können direkt Wasser am Brunnen holen und das Nachbardorf hat sich selbst organisiert, um eine Wasserleitung zu ihnen zu legen. Dort erhalten nun mehr als 20 Familien sauberes Wasser! Zuvor mussten die Familien mühsam das Wasser an einer kleinen Quelle 15 Minuten Fußweg entfernt holen. Eine deutliche Verbesserung der Lebenssituation!